Abel Tasman lässt die Herzen höher schlagen!
24.02. bis 27.02.2018
Wir verlassen Picton am frühen Morgen bei allerschönstem Sommerwetter. Diverse Meldungen über durch Zyklon Gita zerstörte Infrastrukturen im „Abel Tasman National Park“ lassen uns zunächst das „Department of Conservation“-Center (DOC) in Nelson ansteuern. Uta, aus Hamburg stammend und seit Jahrzehnten in Neuseeland lebend, hilft uns kompetent weiter. Weil der Wanderweg unserer geplanten vierten Etappe zwischen Awaroa und Wharwharangi Bay aufgrund größerer Wegeschäden gesperrt ist, können wir die letzte Hüttenübernachtung zugunsten einer anschließenden weiteren Übernachtung in Nelson stornieren. Nun geht es flott weiter bis Marahau, unserem Ausgangspunkt für die viertägige Wanderung durch den „Abel Tasman National Park“. Grandioses Sommerwetter und immer wieder fantastische Ausblicke auf traumhafte Sandstrände und glasklares Wasser heben unsere Stimmung, wenngleich die Rucksäcke, vollgepackt mit allem, was wir glauben, für diese Tage mit uns führen zu müssen, gehörig auf Schultern und Hüften drücken. Nach langen Kilometern erreichen wir mit der Anchorage Hut unser erstes Etappenziel.
Familien mit Kleinkindern lieben den Track ebenfalls, was die ganze Sache herrlich zwanglos gestaltet, aber unserer Nachtruhe nicht unbedingt zuträglich ist. Weshalb wir anderntags schon recht früh bei Low Tide und dennoch barfüßig die Torrent Bay überqueren. Auch heute haben wir großes Glück mit dem Sonnenwetter, wenngleich der sehr gute Wanderweg, meist an den Küstenhängen entlang, durch schönen Bewuchs angenehm beschattet wird. Nach unzähligen Windungen, meist leicht bergan, erreichen wir matt aber beglückt unser zweites Etappenziel, die Bark Bay Hut, am frühen Nachmittag. Viel Zeit also noch für Fußpflege und chillen.
Auch wenn unsere Familien mit Kleinkindern einen eigenen Bunkraum haben, geht es auch diese Nacht und vor allem am frühen Morgen recht unruhig und lautstark zu. Zudem zeigt sich der Morgenhimmel ernsthaft bewölkt und regensatt, weshalb wir spontan entscheiden, es mal mit einem Water Taxi zu versuchen. Tatsächlich legt nach kurzer Wartezeit ein größeres Boot am Medlands Beach an und ihm entsteigen einige Tageswandertouristen. Wir dürfen zusteigen und uns bei rauher See bis zum Strand vor Awaroa bringen lassen. Dank der niedrigen Tide können wir das Awaroa Inlett, eine weite, seichte Bucht, barfüßig überqueren und erreichen unsere letzte Station, die Awaroa Hut schon vor Mittag.

Die Wanderer müssen sich beeilen, um noch einigermaßen trockenen Fußes das weitläufige Awaroa Inlett überqueren zu können.
Nach und nach treffen, bei inzwischen stärker gewordenem Regen, weitere Wanderinnen und Wanderer ein. Ein englisches Paar hat, aus Totaranui kommend, das Awaroa Inlett mit seinen Wanderschuhen überquert und steht jetzt völlig durchnäßt in der Hütte. Schnell wird der gusseiserne Ofen in Raummitte angezündet und spendet bald bullige Hitze. Ich kann endlich meine Wäscheleine auspacken und quer durch die Hütte spannen. Viele rücken zusammen, packen Ess- und Trinkbares aus. Gespräche beginnen, die Stimmung taut auf, Fragen, woher man kommt, wohin man geht, wie lange man in Neuseeland bleiben wird, werden gestellt. Erstaunlich, wie viele Nationalitäten sich auf diesem „Great Walk“ treffen, Engländer, Schotten, Deutsche, Niederländer, Schweden, Finnen, Tschechen. Ruedi, ein Schweizer aus Zürich, plant noch eine nächste Wanderetappe, entschließt sich aber kurzfristig, nachdem er sich schon seit Bark Bay offensichtlich gut mit Conny, einer angehenden Lehrerin aus Waldshut-Tiengen, verstanden hat, die Wanderpläne zu begraben. Wir werden beide anderntags in der Jugendherberge in Nelson wieder treffen. Der „Abel Tasman Track“ weckt so oder so magische Momente.
Dienstag räumen wir die Awaroa Hut und nehmen den ziemlich langen High Tide-Pfad entlang der Küstenhänge zur Awaroa Lodge und der Anlegestelle bei der großen Sanddüne vor Awaroa. Unser vorbestelltes, kleines Wassertaxi holt uns pünktlich ab und liefert uns trotz ziemlich rauer See wohlbehalten in Marahau ab.
Jetzt fühlen wir uns beide tatsächlich wie Reisende aus einer anderen, einer fernen, magischen Welt. Und finden doch auch sehr schnell Gefallen an dieser modernen Welt, die warme Duschen, kühles Bier, Steaks und bequeme Betten in ruhigen Zimmern für uns bereit hält. Nelson, unser Tor zu allen diesen Welten, sei Dank!
Neueste Beiträge
- Rückreise mit Zwischenstopp. 23. September 2018
- Chillen und grillen in Montemassi. 22. September 2018
- Auf den Spuren der Etrusker. 20. September 2018
- Kleine Reise in die Romanik und Gotik der Toskana. 19. September 2018
- Stadtbesuch an einem Montag, eigentlich eine blöde Idee. 17. September 2018
Kategorien
Theme von The WP Club . Proudly powered by WordPress









Ein Kommentar
Schön ihr habt es geschafft und hattet Glück mit dem Wetter. Den besten Teil des Weges habt ihr ja gesehen..
Genießt Nelson und die Civilisation
Gruß aus dem sonnigen und warmen Norden😁
Kommentare sind geschlossen.