19.02.2018
Man kann Franz Josef doch nicht den Rücken kehren, ohne den Glacier gesehen zu haben, denken wir. Also wieder ein paar Kilometer zurück und rein in den vor Nässe dampfenden Busch. Die schmale Glacierstraße windet sich durch‘s Tal und endet an einem Endpunkt mit Wendemöglichkeit und Damen-/Herren-/Behinderten-Toilettenhäuschen. Aus dem Geniesel ist ein kleiner Landregen geworden. Anoraks und Schirme sind hilfreich für einen Gang zum Glacier, der vom Department of Conservation, künftig nur noch DOC genannt, mit Rückweg auf 1,5 Stunden angesetzt wird. Das Hinweisschild muß, wie wir dann selbst erfahren, mindestens 9 Jahre alt sein, denn Franz Josef hat sich mittlerweile erheblich weiter in die Berge zurück gezogen. Unsere Wanderung ist inzwischen eine richtig nasse Angelegenheit. Nach jeder Wegbiegung türmt sich wieder ein Geröllwall auf, und die Wasserfälle sind beachtlich. Keine Chance, bis zum Fuß des Gletschers vorzudringen, ohne vollkommen aufzuweichen. Wir geben auf, auch den aufblitzenden Plan, für 99$/Person (Chinese New Year-Deal?) einen Heli-Flight zu nehmen. Für das Geld kaufen wir uns lieber mal ein ordentliches Lammsteak und ein, zwei Pint Beer. Ist wahrscheinlich sogar umweltfreundlicher. Weiter geht‘s an diesem Tag nach Greymouth. Hoffentlich sind morgen auch die Schuhe wieder trocken.

So nass, so grau, so faszinierend. Unser Weg zum Fuß des Gletschers am Morgen.

Blick zurück auf ein breites Kiesbett, durchströmt von reißendem Gletscherwasser.

Wasserfälle wie dieser liefern eine prächtige Kulisse am Wegesrand.

Ganz dahinten in Bildmitte schmilzt der Gletscher. Vor rund 20 Jahren konnte ich noch auf seinem Eis stehen. Ein unvergessliches Erlebnis. Jetzt ist er schon so weit weg.

Altes Treibholz am Strand von Hokitika, West Coast.